FRITZ-ART Edition

Fritz-Art
  Über Fritz-Art Urban



 


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Kunsthistorischer Blick auf die Fritz-Art Edition

2005 wurde ein Projekt namens Fritz-Art geboren: die künstlerische Umsetzung spezifischer Elemente von Stadtarchitektur und geschichtlichen Aspekten in eine Grafik-Design Editionsreihe.

Grundlage dieser Arbeiten ist die Fotografie. Dabei stehen für den Künstler das architektonische Gesamtbild des Motivs und dessen Charakteristika im Vordergrund. Mit dem professionellen Blick des Fotografen und Designers für Linienführung, Flächenverteilung, Raum-Konstruktionen der Architektur hält der Künstler seine Motive oft aus ungewöhnlichen Perspektiven (schräg von unten) fest. So wachsen die Gebäude oftmals in gigantischer Größe vor dem Betrachter auf. Herausgehoben aus ihrem gewöhnlichen Kontext, akzentuiert Fritz Godehardt ihre architektonischen Reize und Besonderheiten. Aus dem gesammelten Bildmaterial – hinzu kommen gegebenenfalls auch historische Aufnahmen – entwickelt sich in weiteren Schritten ein storybook: eine Sammlung aller Ideen und Gedanken zum Thema. Jedes Bild erzählt in seinen Facetten eine spezifische Geschichte über den jeweiligen Ort.  Dabei geht es Fritz Godehardt nicht darum, Erfahrungen bzw. so Gesehenes naturgetreu abzubilden, d.h. rein dokumentarisch zu arbeiten, sondern er will vielmehr mit künstlerischen Mitteln dem Betrachter neue Sichtweisen und Erfahrungen auf schon Bekanntes eröffnen: somit entsteht eine künstlerisch durchformte Wirklichkeit, in der Gegenwart, Vergangenheit, Zukünftiges, Neues und Altes zu einer organischen Bildeinheit verschmelzen.

Fritz Godehardts Bilder entstehen in komplexen Arbeitsprozessen (eben nicht an der Staffelei): die digitalisierten Fotos werden durch computergesteuertes Grafik-Design in das endgültige Layout überführt, das dann auf Leinwand (oder einen anderen Bildträger) gedruckt werden kann. Fritz Godehardt entwirft, basierend auf modernster Technik, Kompositionen, in denen mehrere Bildebenen, Motive, Blickwinkel miteinander verknüpft, überblendet, verschachtelt, verzahnt werden, so dass aus diesem Mix ein harmonischer, abwechslungsreicher Gesamtrhythmus entsteht.

Charakteristisch für Fritz Godehardts Bildsprache ist außerdem die Schrift (Typographie) als integraler Bestandteil der Komposition – d.h. die Worte sind keine „Beschriftung“ im Sinne einer reinen Kommentierung, sondern erhalten als selbständige Elemente bildkompositorische Funktionen, an der Stelle, an der sie eingefügt sind. Die Textinhalte stehen in direktem Bezug zu den Motiven; Aphorismen und Liedtexte werden verschiedentlich aufgegriffen. 

Ein weiteres künstlerisches Mittel ist die starke, kontrastreiche Farbgebung. Kräftige, häufig komplementäre oder kalt-warme Farben, verfremden und betonen in ihrer Überspitzung/ Gegensätzlichkeit die Aussage. Aus der Pop-Art, aber auch schon im Expressionismus, kennt man diesen Umgang mit der Farbe, um das Motiv akzentuierend herauszuarbeiten. Gleichzeitig wird dadurch aber auch eine sehr malerisch - weiche und die Plastizität betonende Wirkung erreicht.

Fassen wir zusammen: In der Auflösung von starrer Bildlichkeit und natürlicher Farbgebung, dem spielerischen Umgang mit Bildelementen und Strukturen, dem Verflechten verschiedener Motive auf unterschiedlichen Ebenen, eröffnet Fritz Godehardt dem Betrachter in seiner spezifischen Bildsprache tatsächlich ganz direkt erfrischend lebendige neue Perspektiven.

Dass er mit seinen Beobachtungen und deren Umsetzungen den Gefühlen und Gedanken der Menschen auf die Spur kommt, dass man sich angesprochen fühlt, bleibt nicht aus: was ist den Menschen in ihrer Stadt wichtig? Worauf sind sie stolz? Was ist schön? Sein Ziel ist es, Identifikation zu schaffen und somit auch Aspekte des Begriffes Heimat zu thematisieren. Es geht um Zugehörigkeit und Verantwortlichkeit für den Ort, an dem man lebt, arbeitet und den man somit auch gestaltet.

                                                
Annette Quast, Kunsthistorikerin M.A., Hattingen